Polizeiprojekte

Nabadisha-Zentren

Seit 1999 hat Aloka Mitra, die Leiterin unserer Partnerorganisation, Pilotprojekte an Polizeistationen in Kalkutta laufen. Die Polizei stellt einen Raum für die Schulbildung von Straßenkindern zur Verfügung, oft eine Garage, und hilft, die Kinder zum Schulbesuch zu motivieren. Women`s Interlink Foundation finanziert die Schulmaterialien, das Essen, die Sozialarbeiter, Lehrer etc. Der Lions-Club von Kalkutta ist für die medizinische Versorgung zuständig. Ziel der Projekte ist es, die Straßenkinder von der “Non-Formal-School” in eine öffentliche Schule zu vermitteln. Auch danach werden sie in den Zentren weiter betreut.
Das sensationell Neue daran ist, dass sich die Polizei als Beschützer der Kinder sieht. Leider ist es in vielen Bezirken Kalkuttas immer noch so, dass die Polizisten eher eine Bedrohung für die Straßenkinder darstellen, weil sie sie misshandeln oder im Auftrag von reicheren Anwohnern vertreiben.
In den Polizeiprojekten ist es aber mittlerweile so, dass die Polizisten einsehen, dass nur durch Bildung und Fürsorge verhindert werden kann, dass die Kinder kriminell oder drogenabhängig werden und so in ihren Augen eine noch größere Gefahr für die Gesellschaft darstellen würden.
Straßenkinder sind die verwundbarsten Kinder der Stadt. Sie schlafen auf dem Bürgersteig, neben den Rinnsteinen, im Dreck von Kalkutta. Sie bekommen die Autoabgase der 15-Millionenstadt direkt ins Gesicht. Sie müssen ständig ums Überleben kämpfen: Einerseits gegen den Hunger durch verschiedene Jobs, wie Müllsammeln, Betteln, Drogenverkauf, Arbeiten in reicheren Haushalten etc., andererseits laufen sie ständig Gefahr in das große Geschäft mit Kindern zu geraten. Denn gerade Straßenkinder werden mit Vorliebe entführt für Organentnahmen, Prostitution, für versklavte Industriearbeit, organisierte Bettelgruppen etc.

Die Lehrerin des Centers, Runa Nath, erzählt, dass sich in den letzten Jahre trotz der widrigen Umstände in dem Slum doch einiges zum Besseren gewendet hat. So gehen jetzt auch die älteren Kinder und Jugendlichen in die Schule, was die Zahl der Kinderhochzeiten deutlich reduziert hat. Durch den Hygieneunterricht haben die Leute gelernt, ihr Essen in besseren Behältern zu verstauen und so verdirbt weniger. Die Kinder kommen gewaschen in das Center, das heißt, sie haben ein wesentlich besseres Hygienebewusstsein und es gibt dadurch auch weniger Krankheiten.

Jährliche Kosten:

13 Center mit je 30 Kindern: 1.870.745Rs (26.725€)
(Insgesamt finanzieren wir 15 Monate, da es seit Januar keine Finanzierung durch andere Partner gibt.)