Bettina Lang, Lehrerin

 Kalkuttalauf in der Stockdorfer Grundschule 

Mein Name ist Bettina Lang und ich bin Lehrerin an der Grundschule an der Würm in Stockdorf. Seit fast mit Beginn des Kalkuttaprojektes vor 30 Jahren veranstalten wir einen jährlichen Spendenlauf bei uns in Stockdorf, damit wir das Straßenkinder Projekt unterstützen können. 

Mit viel Engagement und Herzblut bereiten wir unsere Kinder auf den Spendenlauf vor. Zunächst informieren sich die Kinder über ausgehängte Plakate in unserer Aula über das Projekt. Es gibt viele Fotos, Lesetexte und Informationen über die Kinder, die auf der Straße leben müssen. Anja kam im letzten Jahr ebenfalls zu uns zu Besuch und hat einen Vortrag über die Straßenkinder und ihren Alltag auf der Straße und im Zentrum gehalten. Dass das Leben dieser Kinder so ganz anders aussieht als das bei uns in Deutschland, war für die Kinder sehr eindrücklich. 

Der Spendenlauf findet bei uns meist im Herbst statt. Alle Kinder unserer Schule gehen zunächst gemeinsam mit ihren Lehrerinnen von der Schule los zu einer nahegelegenen Wiese, die einem Bauern gehört. Wir dürfen sie jedes Jahr für unseren Spendenlauf benutzen. Eine Runde um die Wiese ist ungefähr 500 m. Auch Eltern kommen mit, weil sie ihre Kinder anfeuern wollen. Nach einem Startpfiff unserer Rektorin sprinten alle Kinder los. Die Motivation ist hoch. Viele Kinder laufen in Gruppen oder zu zweit. Jeder in seinem Tempo. Auch einige Schulhelfer und Lehrerinnen mischen sich unter die Läufer und Läuferinnen und nutzen die Gelegenheit, sich zu bewegen. Bei jeder gelaufenen Runde stempeln die Lehrerinnen den Kindern einen Stempel auf den Arm. So weiß man später, wer wie viele Runden gelaufen ist. Und wieder eine Runde geschafft, Ärmel hoch und den heißersehnten Stempel abgeholt. „Wie viele Runden werde ich heute schaffen?“ „Ich laufe bis zum Schluss!“ „Ich will 20 Runden schaffen!“ Diese und andere Stimmen hört man im Laufe des Vormittages. Wenn um 11.00 Uhr der Lauf beendet ist, blickt man in viele erschöpfte aber glückliche Gesichter. Es hat sich wieder gelohnt zu laufen. 

Schon auf dem Heimweg zählen die Kinder ihre Stempel und sind glücklich, dass sie wieder dabei sein durften und einen Beitrag für das Straßenkinder-Projekt leisten durften. Durch die Sponsorenverträge, die die Kinder schon vor dem Lauf sammeln, bekommen die Kinder Geld von Familie, Freunden oder Firmen. Dieses Geld spenden sie dann für das Projekt. 

Ich hoffe, dass wir unsere Schüler und Schülerinnen noch viele Jahre motivieren können, das Straßenkinder-Projekt zu unterstützen. 

Bettina Lang