Doro Weiß, Lehrerin

30 Jahre Pradip – Meine persönliche Erfahrung                               

Vor einigen Jahren durfte ich gemeinsam mit Anja Fischer Projekte und Partnerprojekte von Pradip in Kalkutta und der näheren Umgebung besuchen. Diese Reise hat mich tief bewegt und nachhaltig beeindruckt. Nicht nur die Lebensrealitäten vieler Kinder haben mich berührt, sondern vor allem die Art und Weise, wie Pradip und die Women’s Interlink Foundation seit nunmehr 30 Jahren arbeiten.

Was mir besonders wichtig ist: Die Arbeit ist vollständig transparent. Es geht kein Geld auf dem Weg verloren. Alle Mittel werden sorgfältig dokumentiert, von einem Buchhalter geprüft und Anja Fischer in regelmäßigen Abständen vorgelegt. Diese Offenheit schafft Vertrauen – und sie ist in jedem Projekt spürbar. Die Strukturen sind klar, die Abläufe gut organisiert, und viele Mitarbeitende arbeiten seit vielen Jahren engagiert in den Projekten. Diese Kontinuität ist ein großer Wert.

Im Mittelpunkt stehen die Kinder. Sie erhalten Nachhilfe, individuelle Förderung und verlässliche Begleitung. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter stehen in engem Austausch mit Schulen und Familien, damit die Kinder überhaupt die Chance haben, regelmäßig zur Schule zu gehen und ihre Hausaufgaben zu bewältigen. So bekommen Kinder aus stark benachteiligten Familien – zum Beispiel Kinder von Prostituierten oder von Leichenwäschern – eine echte Möglichkeit, einen anderen Lebensweg einzuschlagen als den, der ihnen oft von Geburt an vorgezeichnet ist.

Nach 30 Jahren Arbeit gibt es viele Erfolgsgeschichten. Kinder, die ihren Schulabschluss geschafft haben, die studieren oder eine Ausbildung machen und heute selbstständig ihr Leben gestalten. Diese Geschichten sind zutiefst berührend und machen Mut. Sie zeigen, dass Veränderung möglich ist – auch wenn es manchmal schwer auszuhalten ist, wie ungerecht die Ausgangsbedingungen für diese Kinder sind und wie viel härter sie kämpfen müssen als andere.

Für mich steht Pradip für Verlässlichkeit, Transparenz und echte Perspektiven. Diese Arbeit verändert Leben – und sie verdient großen Respekt und Dankbarkeit.